Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Mittwoch, 21. Juli 2010
Schülerwettbewerb „20 Jahre Deutsche Einheit“ – Schulklassen aus Berlin und Brandenburg haben interessante Arbeiten eingereicht

Die Jury des Schülerwettbewerbs „20 Jahre Deutsche Einheit“ der Stiftung Berliner Mauer hat sich einen ersten Eindruck von den eingereichten Arbeiten verschafft. Über 300 Schüler/innen aus Berlin und Brandenburg haben sich mit Projektarbeiten ihrer Klassen an dem Wettbewerb beteiligt. Die Preise im Wert von insgesamt 7.500 Euro, die mit Mitteln des 2009 an die Stadt Berlin verliehenen Prinz-von-Asturien-Preises ausgelobt wurden, werden am Tag der Deutschen Einheit in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde vergeben.

Die Jury des Wettbewerbs setzt sich aus herausragenden Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur zusammen. Neben Elena Demke, Referentin beim Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, und der bekannten Schriftstellerin Jana Hensel (u. a. Zonenkinder) gehören ihr Rainer Klemke, Berliner Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, und Dr. Irmgard Zündorf, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, an. Die Jurymitglieder zeigten sich beeindruckt von den eingereichten Arbeiten. Die Schüler/innen von Oberschulen und Gymnasien konnten sich mit einer der folgenden Fragen beschäftigen: 1. Wächst zusammen, was zusammen gehört? 2. Überall nur blühende Landschaften? 3. Zusammen sind wir stark oder nur weniger allein? Die Jugendlichen konnten diese Fragen auf einen Lebensbereich ihrer Wahl beziehen, auf ihren Alltag, Musik, Politik, Sport oder die Künste. Herausgekommen sind Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

„Der Wettbewerb hat seinen Sinn erreicht, wenn Schüler, wie zum Beispiel der 11. Klasse der Gustav-Heinemann-Oberschule, sagen, dass sie durch die Beschäftigung mit dem Thema gemerkt haben, wie sehr sie das betrifft“, sagt Rainer Klemke. „Nach wie vor spannend ist die unterschiedliche Betroffenheit von Ost- und Westschülern, wenn es um die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte und die DDR geht“, kommentiert Jana Hensel die eingereichten Arbeiten. Dr. Irmgard Zündorf zeigt sich beeindruckt: „Die Arbeiten zeigen den Optimismus, dass das Zusammenwachsen gelingt und dass die Jugendlichen diesen Pozess voranbringen.“ Elena Demke betont: „Die empirischen Untersuchungen zu Einstellungen vom Prozess des Zusammenwachsens überraschen in ihrer Qualität.“

Die Jury wird die Preisträger am 24. September 2010 bekanntgeben. Der Termin wird von den Schüler/innen sehnlichst erwartet. Neben Film- und Fotoaufnahmen sowie Ausstellungsobjekten wurden auch aus dem Bereich Theater Projekte eingereicht. Die Sieger/innen dürfen ihre Preise am 3. Oktober 2010 um 14:00 Uhr in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde entgegennehmen. Dann können sich auch Besucher in einer Ausstellung von der Kreativität der Schüler/innen überzeugen. Die Ausstellung wird bis zum 14. November 2010 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen sein.

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Pressekontakt
Judith Bilger
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