Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Samstag, 22. August 2020
Paste Up History – Marienfelde goes Street Art

Berlin, 24. August 2020 – Ab sofort ist an der Außenfassade der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ein haushoher Fotoausdruck auf Papier, ein sogenanntes Paste up, zu sehen. Das Motiv zeigt eine aus der DDR geflohene Familie aus den 1960er Jahren, die im Notaufnahmelager Marienfelde Unterkunft und Unterstützung fand. Das Bild erinnert an Zeiten, in denen auch Deutsche Geflüchtete waren und schafft eine Nähe zu den heute hier untergebrachten geflüchteten Menschen.

Hier finden Sie ein Making-Of-Video der Anbringung.

Das Paste up soll bis Ende Oktober 2020 hängen. Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ist derzeit freitags, samstags und sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei und gilt unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Beschränkungen. Jeden Samstag und Sonntag sind Guides vor Ort, die als Live-Speaker für Gespräche, Informationen und Fragen zur Ausstellung "Flucht im Geteilten Deutschland" zur Verfügung stehen. Die Dauerausstellung thematisiert die Geschichte der deutschen Teilung und der deutsch-deutschen Fluchtbewegung von 1949 bis 1990.

Außerdem lädt die Stiftung zu einer neuen Führung rund um den Gebäudekomplex Marienfelder Allee 66/80 ein: Die Führung thematisiert die Geschichte des Ortes vom ehemaligen Notaufnahmelager bis zum heutigen Übergangswohnheim für Geflüchtete. Sie findet jeden Sonntag um 11.00 Uhr statt. Weitere Informationen finden Sie hier.


© Stiftung Berliner Mauer


Die Außenführungen und das Paste up sind Teil des Projekts „Paste Up History – Marienfelde goes Street Art“, das anlässlich des 800. Gründungsjubiläums des Stadtteils Marienfelde vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit den KünstlerInnen Maria Vill und David Mannstein ins Leben gerufen wurde. An neun weiteren Orten in Marienfelde wurden große Fotoausdrucke und Collagen auf Papier angebracht, die im Bezug zu dem entsprechenden Ort stehen und die Geschichte Marienfeldes abbilden.

„Paste up History – Marienfelde goes Street Art“ ist ein Projekt des Bezirksamtes Tempelhof Schöneberg. Weitere Informationen finden Sie hier.

Über David Mannstein und Maria Vill
Das Künstlerpaar David Mannstein und Maria Vill lebt seit 2005 in Marienfelde und hat die Idee für das Street Art-Projekt gemeinsam mit dem katholischen Pfarrer Karcz und Bezirksbürgermeisterin Schöttler als Beitrag für die 800-Jahr-Feierleichkeiten entwickelt. Die Bilder für das Kunstprojekt stammen aus den unterschiedlichsten Quellen: So reiste Vill für das Foto an der St. Alfons-Kirche extra nach Heilgenstadt in Thüringen, um einen Pater der Redemptoristen zu fotografieren, dem Orden, der ab 1928 Kirche und Kloster St. Alfons in Marienfelde gründete. Vereint werden in dem Projekt „Paste Up History – Marienfelde goes Street Art“ Geschichte und Gegenwart Marienfeldes. Lage, Historie und Struktur der Fassaden – das waren die Kriterien, nach denen die KünstlerIinnen die Gebäude für das Projekt auswählten. Die Erinnerungsstätte zählt genauso dazu wie der Gutshof, die Alte Feuerwache und zwei Wohnhäuser im Süden von Marienfelde. Vill und Mannstein haben ähnliche Projekte zuvor schon in Frankreich, Spanien und der Schweiz umgesetzt.


Pressefotos stellen wir auf Anfrage gerne zur Verfügung.


Pressemitteilung als PDF

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Kontakt: Hannah Berger | Pressesprecherin Stiftung Berliner Mauer
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