Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Mittwoch, 5. Mai 2010
Neues bildungspolitisches Programm für Kinder gestartet

Heute um 15:00 Uhr stellt der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Dr. Axel Klausmeier, in Anwesenheit von Özcan Mutlu, dem Bildungspolitischen Sprecher der Fraktion Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, und Bettina Effner, der Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, das neue bildungspolitische Programm der Stiftung für Kinder im Alter von 9-13 Jahren erstmals der Öffentlichkeit vor. Anlass ist die erste offizielle Kinderführung „Nepomuck und Bärlihupf – Fluchtgeschichten für Kinder“, die die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde heute durchführt. Bereits am Morgen startete der Projekttag „Flucht im geteilten Deutschland“ für die 4.-7. Klasse aller Schularten.

Um 9:30 Uhr versammelten sich heute 32 Schüler/innen der 5. Klasse der Gustav-Heinemann-Oberschule aus Berlin in der Gedenkstätte Berliner Mauer, um Antworten zu finden auf Fragen wie: Warum wurde die Berliner Mauer gebaut? Was bedeutete die Mauer im Leben der Berlinerinnen und Berliner? Warum und auf welchen Wegen sind Menschen aus dem Osten der Stadt in den Westen geflohen? An zwei Orten, der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, ergründen die Schüler/innen die Geschichte der deutschen Teilung und der deutsch-deutschen Fluchtbewegung. Als Spurensucher/innen erkunden sie die Überreste der Grenzanlage und entdecken in der Ausstellung der Erinnerungsstätte anhand von Objekten die Lebensgeschichten von Flüchtlingen. In einem „Spurensicherungsheft“ können sie die von ihnen eigenständig erarbeiteten Ergebnisse zur Erinnerung und für die Nachbereitung im Unterricht festhalten.

Schon seit Jahren arbeiten die beiden Häuser der Stiftung Berliner Mauer, die Gedenkstätte Berliner Mauer und die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, im Bereich Bildung eng zusammen. Jugendgruppen und Schulklassen nehmen die bildungspolitischen Angebote sehr gut an. Dies zeigt auch die deutliche Steigerung der Besucherzahlen in diesem Segment. Die Zahl der Jugendgruppen und Schulklassen ist bei der Gedenkstätte Berliner Mauer 2009 auf 723 gestiegen (Vorjahr 2008: 502). Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde konnte bei der Anzahl der jungen Besucher 2009 sogar eine Steigerung um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen.

„Dies ist ein Beweis für das große Interesse der Lehrer und Jugendlichen an den Themen rund um die Berliner Mauer und an der deutsch-deutschen Geschichte. In den Gedenkstätten der Stiftung Berliner Mauer erfahren sie hautnah, welches Leid der Bau der Mauer verursacht hat und welche Gefahren und Risiken Flüchtlinge eingingen, um sie zu überwinden. Dadurch dass sich die Jugendlichen in unseren bildungspolitischen Programmen ihren ganz persönlichen Zugang zu einer Zeit erarbeiten, die sie selbst nicht erlebt haben, entsteht eine intensive Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Zeitgeschichte. Für uns sind die Kinder und Jugendlichen die Multiplikatoren von morgen. Deshalb freuen wir uns, dass die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde mit ihrer Kinderführung „Nepomuck und Bärlihupf – Fluchtgeschichten für Kinder“ ein weiteres Angebot für dieses wichtige Zielpublikum ins Leben gerufen hat“, erklärt Dr. Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer.

Fragen wie – Warum sind Menschen aus der DDR in die Bundesrepublik geflohen? Auf welchen Wegen ist ihnen die Flucht von einem Teil Deutschlands in den anderen gelungen? Wie haben sich Kinder gefühlt, die ihr Zuhause und ihre Freunde verlassen mussten? – stellt die Kinderführung „Nepomuck und Bärlihupf – Fluchtgeschichten für Kinder“ ins Zentrum. Die beiden Stofftiere Nepomuck und Bärlihupf, die in der Ausstellung der Erinnerungsstätte zu sehen sind, haben zwei Kinder auf ihrem Weg in den Westen begleitet und können von den damaligen Ereignissen erzählen. In der Ausstellung lassen sich viele weitere Objekte und Geschichten entdecken, anhand derer die Kinder den Lebenswegen von Flüchtlingen nachspüren können. Die öffentliche kostenlose Kinderführung wird in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde nun einmal im Monat angeboten.

Informationen zu den bildungspolitischen Angeboten der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und der Gedenkstätte Berliner Mauer finden Interessierte im Internet (http://www.notaufnahmelager-berlin.de/bildung_6.html und www.berliner-mauer-gedenkstaette.de/index2.html unter der Rubrik Dokumentationszentrum –> Besucherservice).

Pressemitteilung als pdf [PDF, 230,00 KB]

Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger