Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 25. Oktober 2018
when I speak – Kreatives Schreiben und Mehrsprachigkeit. lyrix – Bundeswettbewerb für junge Lyrik erneut zu Gast in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Bereits zum dritten Mal gehört die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu den Kooperationspartnern des Bundeswettbewerbs für junge Lyrik „lyrix“. Im Oktober besuchten 48 SchülerInnen des Luise-Henriette-Gymnasiums Berlin-Tempelhof und des Albert-Einstein-Gymnasiums Berlin-Neukölln im Rahmen des Bundeswettbewerbs die Erinnerungsstätte. Begleitet von dem Lyriker Dalibor Marković entwickelten sie auf Basis des Gedichts „when I speak“ (www.bundeswettbewerb-lyrix.de/nc/wettbewerb/detail/when-i-speak/) und in der Beschäftigung mit ausgestellten Objekten der Sonderausstellung „Nach der Flucht. Wie wir leben wollen“ Ideen für eigene Texte. Diese können sie bis Ende Oktober beim Wettbewerb einreichen.

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Nach der Flucht. Wie wir leben wollen“, die noch bis 31.01.2019 zu sehen ist (www.notaufnahmelager-berlin.de/de/sonderausstellungen-21.html), stehen Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Zu den Ausstellungsobjekten gehören zehn deutsche Pässe, verbunden mit den Geschichten der PassinhaberInnen. Sie erzählen – mit ihrer eigenen Stimme und in mehreren Sprachen –, was ihnen ihr Pass bedeutet, wo und warum sie sich in Deutschland zugehörig oder ausgeschlossen fühlen und wie andere sie wahrnehmen. Die jugendlichen „lyrix“-TeilnehmerInnen waren eingeladen, sich anhand dieser Geschichten mit Themen wie Sprachenvielfalt, Mehrsprachigkeit und Identität durch Sprache auseinanderzusetzen. Ihre eigenen Texte können sie wahlweise auf Deutsch oder in einer anderen (Mutter-)Sprache einreichen.

Die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Bettina Effner, sagt dazu: „Die Kooperation mit lyrix ermöglicht den SchülerInnen einen ungewöhnlichen, kreativen Zugang zu den Ausstellungsobjekten in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Es ist spannend zu beobachten, wie Lyrik entsteht, und wir sind neugierig auf die Gedichte, die die SchülerInnen verfasst haben.“

Der bundesweite Wettbewerb „lyrix“ wurde 2008 von Deutschlandfunk und dem Deutschen Philologenverband initiiert. Seit 2015 wird er vom Verein lyrix e. V. ausgerichtet; Kooperationspartner ist der Deutsche Museumsbund. Der Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Jeden Monat ist „lyrix“ in einem anderen Museum zu Gast. Angelehnt an ein monatlich wechselndes Leitmotiv findet dort jeweils eine Schreibwerkstatt statt. Zeitgenössische Gedichte sowie korrespondierende Objekte aus den Museen dienen den TeilnehmerInnen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren dabei als Anregung zu eigenen Texten.

Unter allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählt eine Jury aus AutorInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen, und -redakteurInnen jeden Monat die sechs gelungensten Gedichte aus. Anfang 2019 werden aus allen MonatsgewinnerInnen die zwölf PreisträgerInnen 2018 gekürt und zu einer Reise nach Berlin eingeladen. Die prämierten Gedichte werden online veröffentlicht.
www.bundeswettbewerb-lyrix.de

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Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
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