Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Mittwoch, 28. März 2018
Neues Bildungsangebot für Integrationskurse: Deutsch lernen und Geschichte entdecken in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde bietet ab sofort das neue Bildungsangebot „Deutsch lernen und Geschichte entdecken“ für Integrationskurse an, das sie gemeinsam mit der Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf entwickelt hat.

Das neue Angebot verbindet sprachliches und historisches Lernen und richtet sich an Teilnehmende von Orientierungskursen. Sie und ihre KursleiterInnen lädt die Erinnerungsstätte zu einer ca. dreieinhalbstündigen, kostenlosen Exkursion in das Museum ein. Der Besuch verbindet einen dialogischen Ausstellungsrundgang auf dem Sprachniveau B1 mit eigenständiger Recherche und Präsentation durch die Teilnehmenden. Auf diese Weise vermittelt das Seminar Kenntnisse über die deutsche Teilung, übt die Ausdrucksfähigkeit und hilft zugleich, die Vorstellung einer grundsätzlichen Differenz zwischen Erfahrungen „der Einwandererinnen und Einwanderer” und „der Deutschen“ aufzulösen. Darüber hinaus entsteht aus den Erzählungen der TeilnehmerInnen ein neuer Blick auf die deutsche Geschichte und damit auf Exponate der Dauerausstellung.

Zusätzlich zu dem Seminar vor Ort umfasst das Lernangebot begleitende und ergänzende Materialien: Ein Leitfaden für Kursleitende mit Vorschlägen für Unterrichtseinheiten erlaubt eine gezielte Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuchs. Eine Museumsbox, die verschiedene Migrationsbiografien und zugehörige persönliche Gegenstände enthält, liefert weitere Ideen für die Unterrichtsgestaltung. Sie eignet sich auch dazu, unabhängig vom Museumsbesuch in Schule und Volkshochschule Migration als historisches und aktuelles Thema im Unterricht zu besprechen.

Das Bildungsangebot wurde von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Rahmen des Masterplans „Integration und Sicherheit“ des Landes Berlin gefördert und kann kostenfrei direkt über die Webseite der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde (Rubrik Bildung) gebucht werden: http://www.notaufnahmelager-berlin.de/de/angebote-fuer-erwachsene-622,1139,2.html

Zum Projekt gehört auch die Webseite deutsch-lernen-und-geschichte-entdecken.de, die von Studierenden des Studiengangs Public History an der FU Berlin erarbeitet wird und voraussichtlich im Mai online sein wird. Die Webseite bietet neben sprachlich vereinfachten Texten zur Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde verständliche Hintergrundtexte für Kurs-teilnehmende zum politischen System Deutschlands.


Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ist eines der zentralen Museen in Deutschland zu Flucht und Ausreise aus der DDR. Neben der deutsch-deutschen Fluchtgeschichte stehen bei Ausstellungen und Veranstaltungen auch Fragen aktueller Migration im Zentrum.

Temporäre Installation: „Ankommen in Deutschland“
Für die meisten MigrantInnen, die heute nach Deutschland einwandern, steht das Sprachenlernen im Zentrum ihrer Bemühungen, in der neuen Heimat anzukommen. Doch wie ist ihr Blick auf die deutsche Sprache? Warum lernen sie Deutsch, und was bedeutet das Erlernen dieser Sprache für sie? Antworten auf diese Fragen haben TeilnehmerInnen von Orientierungskursen gegeben, die die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde besucht haben. Ihre Aussagen werden vorübergehend als temporäre Installation in der Dauerausstellung der Erinnerungsstätte präsentiert.

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Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
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