Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 7. Dezember 2017
„was grenze ist irrt“ – Kreatives Schreiben und Grenzerfahrungen. Bundeswettbewerb lyrix in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Auch in diesem Jahr gehört die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu den Kooperationspartnern des Bundeswettbewerbs für junge Lyrik „lyrix“. Die Leiterin der Erinnerungsstätte, Bettina Effner betont: „Der Wettbewerb ist eine besondere Möglichkeit, sich den Exponaten unserer Ausstellung auf ungewöhnliche Art und Weise zu nähern. Es ist spannend zu beobachten, welche Assoziationen entstehen, wenn museale Objekte und Lyrik aufeinandertreffen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der NachwuchsdichterInnen.“
Im November waren 26 Schülerinnen und Schüler einer 10. Klasse des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder und 9 ElftklässlerInnen der Martin-Buber-Oberschule Spandau in der Erinnerungsstätte zu Gast. Begleitet von den LyrikerInnen Esther Kinsky und Max Czollek entwickelten sie unter dem Leitmotiv „was grenze ist irrt“ Ideen für eigene Texte. Diese können sie beim Wettbewerb einreichen. Als Inspiration dienten den SchülerInnen ein Gedicht von Esther Kinsky und zwei Exponate der aktuellen Sonderausstellung.
www.bundeswettbewerb-lyrix.de/wettbewerb/detail/was-grenze-ist-irrt
Die Sonderausstellung „Nach der Flucht – wie wir leben wollen“ ist noch bis Ende August 2018 in der Erinnerungsstätte zu sehen. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. In Filminterviews berichten ein Iraner sowie Familien aus Afghanistan, Syrien und Tschetschenien kurz nach ihrer Ankunft 2012 vom Verlassen der Heimat und von ihren Hoffnungen für die Zukunft.
www.notaufnahmelager-berlin.de/de/sonderausstellungen-21.html
Der bundesweite Wettbewerb „lyrix“ wurde 2008 von Deutschlandfunk und dem Deutschen Philologenverband initiiert. Er wird vom Verein lyrix e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Museumsbund ausgerichtet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Jeden Monat ist „lyrix“ zu Gast in einem anderen Museum. Angelehnt an das monatlich wechselnde Leitmotiv findet dort eine Schreibwerkstatt statt. Als Anregung zu eigenen Texten dienen zeitgenössische Gedichte sowie korrespondierende Objekte aus den Museen.
Unter allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählt eine Jury aus LiteraturwissenschaftlerInnen, AutorInnen und LiteraturredakteurInnen jeden Monat die sechs gelungensten Gedichte aus. Anfang 2018 werden aus allen MonatsgewinnerInnen die zwölf PreisträgerInnen 2017 gekürt. Die prämierten Gedichte werden online veröffentlicht
http://bundeswettbewerb-lyrix.de

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Pressekontakt
Judith Bilger
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