Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Freitag, 29. September 2017
Deutsch lernen und Geschichte entdecken in Marienfelde: Neues Projekt für den Sprachunterricht von Migrantinnen und Migranten

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde entwickelt ein Exkursionsangebot für Teilnehmende von Orientierungskursen in Deutsch auf dem Sprachniveau B1. Die Leiterin der Erinnerungsstätte, Bettina Effner, erklärt: „Integration ist eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und Sprache ein wichtiger Baustein. Hierzu leistet das neue Exkursionsangebot für Orientierungskurse einen wichtigen Beitrag. Das Projekt ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Kenntnisse über die deutsche Teilung beim Besuch der Erinnerungsstätte zu vertiefen. Gleichzeitig soll dabei die Vorstellung einer grundsätzlichen Differenz zwischen den historischen Erfahrungen der „ZuwanderInnen“ und der „Deutschen“ aufgelöst werden.“

Das Angebot „Deutsch lernen und Geschichte entdecken“ ist kostenfrei. Es kann direkt über die Homepage der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde unter der Rubrik Bildung gebucht werden.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf und dem Stu-diengang Public History der Freien Universität Berlin erarbeitet. Es wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa im Rahmen des Masterplans „Integration und Sicherheit“ des Landes Berlin gefördert. Die Projektpartner erarbeiten dabei neue Unterrichtsformen und -materialien. Während eines Seminars in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde entdecken die Teilnehmenden die Geschichte der deutschen Teilung und der innerdeutschen Migration und erhalten Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen. Das Sprechen über die Geschichte übt die Ausdrucksfähigkeit und dient damit auch dem Spracherwerb.

Zu dem Unterrichtsmaterial, das für die sprachliche wie inhaltliche Vor- und Nachbereitung des Besuchs in den Kursen erarbeitet wird, gehört auch eine „Bildungsbox“. In ihr finden sich Dokumente, Objekte und Biographien von Zuwanderern nach Deutschland nach 1945. Zudem wird eine Website konzipiert.

Die Darstellung der Flucht- und Diktaturerfahrung der DDR-Bürger und Bürgerinnen sowie der durch Migration geprägten Nachkriegsgeschichte Deutschlands beinhaltet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Teilnehmenden. Sie können auf diese Art und Weise die eigene Zuwanderung als einen neuen, ergänzenden Teil der deutschen Geschichte sehen und das eigene Erleben in eine gemeinsame Geschichtserzählung hineinnehmen.

Ansprechpartnerin für das Projekt:
Juliane Haubold-Stolle
E-Mail: haubold-stolle@stiftung-berliner-mauer.de
Tel.: 030 - 75 00 84 00
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde – Stiftung Berliner Mauer
Marienfelder Allee 66/80 I 12277 Berlin


Pressemitteilung als pdf


Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger