Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 15. April 2010
Eröffnung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde: Neue Sonderausstellung „Alles auf Anfang.Aufnahme und Integration von Aussiedlern in Berlin“

Die Sonderausstellung „Alles auf Anfang. Aufnahme und Integration von Aussiedlern in Berlin“ wird heute um 19:00 Uhr von Dr. Axel Klausmeier, dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, und Günter Piening, dem Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration, sowie Franz Allert, dem Präsidenten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, eröffnet. Die neue Sonderausstellung ist in den Räumen und auf dem Gelände der Zentralen Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler, des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde, bis zum 31. Juli 2010 zu sehen. Erstmals ist das Gelände während der Sonderausstellung den Besuchern frei zugänglich. Die Schau dokumentiert an diesem bedeutenden Ort der Berliner Migrationsgeschichte, wie Einrichtungen in Marienfelde vom Kinderhort über die Beratungsstelle bis zur Flüchtlingsseelsorge Weichen für die Integration stellten. Sie zeigt außerdem am Beispiel von sieben Aussiedlerinnen und Aussiedlern, vor welche Probleme, aber auch Chancen sich die Menschen auf ihrem weiteren Weg gestellt sehen.

Bundesweit haben sich über 4 Millionen Aussiedler/innen und Spätaussiedler/innen mit ihren Familienangehörigen in der Bundesrepublik Deutschland niedergelassen. 95.792 Aussiedler/innen nahm allein die jetzige Zentrale Aufnahmestelle in Berlin von 1964 bis heute auf. Während bis Anfang der 1990er Jahre vorwiegend Bürger aus Polen einreisten, kamen seit den 1990er Jahren vornehmlich Spätaussiedler/innen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, vor allem aus Russland, Kasachstan, Kirgisistan und der Ukraine. Die neue Sonderausstellung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde widmet sich ihrem Aufbruch in das neue Leben in der Bundesrepublik Deutschland. Anhand von Fotos, Filmen, Biografien von Spätaussiedlern und weiteren Dokumenten beschäftigt sie sich mit den Hoffnungen und Chancen, die die Bürger mit dem Neubeginn verbinden, und sie vergegenwärtigt, wie gut sich die Neubürger in die deutsche Gesellschaft integrieren.

„Die Aufnahme der Spätaussiedler/innen ist eine Erfolgsgeschichte, zu der viele beigetragen haben: Die Politik stellte frühzeitige Integrationsangebote bereit, hauptberufliche und ehrenamtliche Unterstützer leisteten Hilfe und nicht zuletzt waren die Aussiedler/innen selbst hoch motiviert, in einer neuen Umgebung Fuß zu fassen. Die junge Generation sieht sich heute allerdings gerade in Berlin mit den gleichen schwierigen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen konfrontiert wie andere Migrantengruppen auch. Deshalb ist es richtig und notwendig, heute übergreifende Strategien zur Integration für alle Zuwanderergruppen zu entwickeln“, erklärt Günter Piening, der Beauftragte des Berliner Senats für Integration und Migration, der die Sonderausstellung mit Mitteln seines Ressorts kofinanziert.

Auch Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, stellte gerne Flächen für die neue Sonderausstellung auf dem Gelände zur Verfügung: „Diese Ausstellung dokumentiert die jahrzehntelange Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in der Zentralen Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler (ZAB). Zehntausende von Aussiedlerinnen und Aussiedlern wurden bei ihren ersten Schritten in der neuen Heimat beraten, unterstützt und in die Selbstständigkeit begleitet.“

„Es ist unser zentrales Anliegen, diesen wichtigen Ort der Integrations- und Migrationsgeschichte Deutschlands im Bewusstsein der Öffentlichkeit präsent zu halten. Seit der Eröffnung des Notaufnahmelagers durch Bundespräsident Theodor Heuss am 14. April 1953 ist diese Stätte ein Ort von essentieller historischer Bedeutung, in der Vergangenheit und in der Gegenwart“, erklärt Bettina Effner, die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

Bitte Beachten Sie! Geänderte Öffnungszeiten: Di – So 10:00 – 17:30 Uhr. Letzter Einlass 17:00 Uhr

Die Ausstellung wird durch den Hauptstadtkulturfonds und den Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration gefördert.

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Pressekontakt
Judith Bilger
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