Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Dienstag, 13. Juni 2017
Neue Sonderausstellung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „Nach der Flucht – wie wir leben wollen“

Ab dem 14. Juni 2017 ist in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde eine neue Sonderausstellung mit dem Titel "Nach der Flucht. Wie wir leben wollen" zu sehen. Am historischen Ort porträtiert die Ausstellung geflüchtete Menschen, die 2012 aus dem Iran, Afghanistan, Syrien und Tschetschenien nach Berlin gekommen sind. In fünf Themenräumen werden ihre Erfahrungen von Ankunft und Bleiben mit den kontroversen Debatten um Aufnahme und Abwehr, Diskriminierung und gesellschaftliche Integration verknüpft. In Filminterviews von 2012 und 2016 berichten sie von ihrem Neuanfang im Übergangswohnheim Marienfelde und ihrem Ankommen in Deutschland. Ankunft und Integrationsprozess werden so über einen längeren Zeitraum fassbar.

Anhand mehrerer interaktiver Elemente können die BesucherInnen in der Ausstellung ihre Vision einer besseren Gesellschaft entwerfen und ihre Vorstellungen von Heimat und Identität einbringen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Arbeiten, Wohnen, Bildung, Sprache und Zugehörigkeit. Texte in Spiegelschrift eröffnen eine weitere Reflexionsfläche.

Die Ausstellung ist vom 14. Juni 2017 bis zum 31. August 2018 dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.

Zwischen 1949 und 1990 passierten mehr als 1,35 Mio. Flüchtlinge aus der DDR das Notaufnahmelager Marienfelde. Heute leben ca. 700 Geflüchtete aus 19 Ländern im Übergangswohnheim Marienfelde.

Eine Ausstellung der Stiftung Berliner Mauer in Kooperation mit dem Internationalen Bund mit Unterstützung des Landes Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung sowie dem Förderverein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

ZITATE

Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Dr. Axel Klausmeier, sagte anlässlich der Eröffnung der Ausstellung: „Migration ist in Marienfelde nicht nur Geschichte, sondern tief bewegende Gegenwart. Die Ausstellung ermöglicht eine besondere Perspektive, weil sie aktuelle Fragestellungen vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung des Ortes aufwirft.“

Die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Dr. Maria Nooke, betonte: „Wir nehmen die Aufnahmegesellschaft in den Blick und haben viel Wert auf interaktive Elemente gelegt: Jede/r ist involviert und kann sich einbringen. Deshalb sind einige Texte in Spiegelschrift gestaltet, die irritieren und aufrütteln sollen. Denn es gibt keine einfache oder einheitliche Antwort auf die Frage nach Heimat und Integration.“

Für die Kuratorin der Ausstellung, Kathrin Steinhausen, geht es bei der Ausstellung vor allem um (Selbst)reflexion und das Handeln des Einzelnen. Sie unterstrich: „Wir wollen die Besucherinnen und Besucher anregen, sich mit der Lebenswirklichkeit Geflüchteter auseinanderzusetzen und sich auch selbst zu fragen: Wer ist wir? Wie will ich – wie wollen wir als Gesellschaft leben und welchen Beitrag kann ich dazu leisten?"

Pressemitteilung als pdf [PDF, 1,2 MB]

Pressemappe zur Ausstellung

Pressekontakt
Hannah Berger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
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