Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Mittwoch, 2. November 2016
Neue Sonderausstellung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde: Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

In der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wird am Donnerstag, 3. November um 18.00 Uhr die Sonderausstellung Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 eröffnet. Am Eröffnungsabend werden die ZeitzeugInnen Ingrid und Manfred Kern, Frauke Naumann und Ellen Schernikau in einem Podiumsgespräch den Besuchern von ihrem Weg in die DDR erzählen.

Die Ausstellung erzählt erstmals die kaum bekannte Geschichte der Menschen, die von der Bundesrepublik in die DDR übersiedelten. Die meisten der etwa 500.000 Personen kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich verliebt, flohen vor Strafverfolgung oder suchten Arbeit und ein besseres Leben oder einen persönlichen Neuanfang: Migration als Normalfall der Geschichte. Nur eine Minderheit ging diesen Weg aus politischer Überzeugung. Erst der Kalte Krieg mit seiner Systemkonkurrenz zwischen Ost und West macht diese Migrationsgeschichten besonders.

Das Spektrum der mehr als 20 dargestellten Lebensgeschichten reicht von einem erfüllten und zufriedenen Leben in der DDR über Bespitzelung im Alltag bis hin zu Haft, Flucht und Tod. Die Sonderausstellung zeigt auf über 100 qm Fotos, Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und filmische Zeitzeugeninterviews, die durch historische Film- und Rundfunkaufnahmen ergänzt werden. Die Porträts geben der deutsch-deutschen Rück- und Zuwanderung in die DDR ein Gesicht. Dabei werden auch übergreifende Themen der Ost-West-Migration erläutert: die Prozedur in den Aufnahmeheimen, die Erfahrungen der Übersiedler in der DDR-Gesellschaft und die oft entscheidende Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit sind genauso Thema wie die deutsch-deutschen Propagandaschlachten und die Auslandsspionage der DDR.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Es erscheint ein gleichnamiger Begleitband. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und ist bis zum 17. April 2017 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen. Ab 3. November
wird die Website zur Ausstellung www.wechselseitig.info online sein. Im November, März und April werden Kuratorenführungen angeboten: Am Sonntag, 6. und 27. November 2016, 5. März und 2. April 2017, jeweils 15.00 Uhr.

Eine Ausstellung von exhibeo e.V. – Gesellschaft für politische, kulturelle und historische Forschung und Bildung, realisiert in Kooperation mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde – Stiftung Berliner Mauer, gefördert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Medienpartner: Rundfunk Berlin-Brandenburg. Kooperationspartner: Deutsches Rundfunkarchiv.

Pressemitteilung als pdf [PDF, 1,1 MB]

Presseinformation zu den Zeitzeugen, die bei der Ausstellungseröffnung anwesend sind [PDF, 1,1 MB]

Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger