Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Mittwoch, 26. Oktober 2016
Presseeinladung: Neue Sonderausstellung "Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989"

Am kommenden Mittwoch, 2. November, laden wir Sie zum Presserundgang durch die neue Sonderausstellung Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989 ein. Die Ausstellung wird am 3. November in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde eröffnet und ist dort bis zum 17. April 2017 zu sehen. Sie erzählt die kaum bekannte Geschichte jener Menschen, die von der Bundesrepublik in die DDR einwanderten. Erstmalig befasst sich eine Ausstellung ausschließlich mit dieser Facette deutsch-deutscher Migrationsgeschichte.

Die meisten der etwa 500.000 Personen, die über die innerdeutsche Grenze von West nach Ost wechselten, wählten diesen Weg vor dem Mauerbau – aus Gründen, die häufig Ursache für Migration sind: Sie kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich verliebt, flohen vor Strafverfolgung oder suchten Arbeit und ein besseres Leben. Nur eine Minderheit ging diesen Weg aus politischer Überzeugung. Die Ausstellung lässt diesen bisher wenig beachteten Aspekt deutsch-deutscher Geschichte am Beispiel der Lebensgeschichten prominenter und unbekannter Übersiedler lebendig werden. Gleichzeitig geht sie vertiefend auf übergreifende Themen der West-Ost-Migration ein. Dabei werden die deutsch-deutschen Propagandaschlachten und der Alltag in den Aufnahmeheimen ebenso thematisiert wie die Erfahrungen der Übersiedler in der DDR-Gesellschaft und die Rolle des Ministeriums für Staatssicherheit.

Eine Ausstellung von exhibeo e.V. – Gesellschaft für politische, kulturelle und historische Forschung und Bildung, realisiert in Kooperation mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde – Stiftung Berliner Mauer, gefördert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Medienpartner: Rundfunk Berlin-Brandenburg. Kooperationspartner: Deutsches Rundfunkarchiv.


Presserundgang zur Sonderausstellung
Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

Termin: Mittwoch, 2. November 2016 | 11.00 Uhr
Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66/80, 12279 Berlin


Bitte melden Sie Ihr Kommen per E-Mail bis zum 1.11. an presse@stiftung-berliner-mauer.de.

Als Interviewpartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Dr. Maria Nooke
, Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Eva Fuchslocher und Dr. Michael Schäbitz, Kuratoren, exhibeo e. V.
Gerlinde Breithaupt, Zeitzeugin

Gerlinde Breithaupt, (*1953), zieht 1981 zu ihrem Verlobten Joachim Breithaupt in die DDR. Durch die Vermittlung der Evangelischen Kirche in der DDR bleibt der Theologin den Aufenthalt in einem Aufnahmeheim erspart. Jahrelang wird das Ehepaar Breithaupt von der Stasi überwacht. Sie vermutet, Gerlinde Breithaupt sei nicht nur aus Liebe zu ihrem Mann übergesiedelt.

Presseeinladung als pdf [PDF, 200,00 KB]

Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger