Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 25. Juni 2015
Presseeinladung:"Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr."

Podiumsdiskussion zum Ende des Notaufnahmeverfahrens für DDR-Übersiedler vor 25 Jahren

Termin: Dienstag, 30. Juni 2015, 19.00 Uhr
Ort: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

Die Abwanderung Richtung Westen riss nach dem Fall der Mauer noch lange nicht ab: allein im Januar 1990 wurden 45.000 DDR-Übersiedler registriert. Die anfängliche Aufnahmebereitschaft der Westdeutschen schlug bald in Skepsis und Ablehnung gegenüber den Ankommenden um. In der Presse spiegelte sich der wachsende Unmut in der Bevölkerung wider: „Wieso kommen die noch“ fragte der Spiegel im Februar 1990 und die taz titelte am 1. März „>Sozialer Sprengstoff< Übersiedler“. Die anhaltende Übersiedlung setzte Politiker in Ost und West unter Handlungsdruck. Nicht zuletzt mit dem Abschluss der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion am 1. Juli 1990 sollte dieser Zustrom eingedämmt werden. Gleichzeitig wurde daher auch das Bundesnotaufnahmeverfahren eingestellt, das seit 1950 die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und Übersiedlern aus der DDR regelte. Das Ende des Notaufnahmeverfahrens markiert eine wichtige Etappe auf dem Weg zur deutschen Einheit und bedeutete einen tiefen Einschnitt für die Aufgaben des Notaufnahmelagers in Marienfelde. Dem gingen kontroverse politische und gesellschaftliche Debatten über die Aufnahmefähigkeit der bisherigen Bundesrepublik und über die Motive der Übersiedler voraus.

Politische Akteure und Zeitzeugen sprechen auf dem Podium über ihre Erfahrungen und Erlebnisse und diskutieren über die politischen Entscheidungen:

Begrüßung: Dr. Helge Heidemeyer, Förderverein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und Harald Fiss, letzter Leiter des Notaufnahmelagers
Szenische Lesung von Presseberichten: Oliver Brod und Ruth Macke, Schauspieler/in
Einführung: Dr. Henrik Bispinck, Förderverein der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Es diskutieren: Stephan Bickhardt, 1989 Mitbegründer der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“, Ingrid Stahmer, damalige Berliner Sozialsenatorin, Andreas Techel, Betreuer in der Evangelischen Flüchtlingsseelsorge im Notaufnahmelager Marienfelde
Moderation: Shelly Kupferberg, rbb

Eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung Berliner Mauer und des Fördervereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen: E-Mail an J. Bilger oder Fax: 030/75446634

Presseeinladung als pdf [PDF, 190,00 KB]

Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger