Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 12. März 2015
Die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer Iris Gleicke besucht die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Heute Mittag besuchte die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gemeinsam mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Philipp Lengsfeld (CDU) und Dr. Martin Pätzold (CDU). Der Förderverein der Erinnerungsstätte hatte sie eingeladen.

Dr. Maria Nooke, die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer, und Dr. Helge Heidemeyer, der Vorsitzende des Fördervereins, führten die Parlamentarische Staatssekretärin und ihre Begleitung durch die Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“. Die Ausstellung erinnert an Ursachen, Verlauf und Folgen der deutsch-deutschen Fluchtbewegung. Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager in Berlin-Marienfelde.

„Am historischen Ort zeigen wir, dass das Notaufnahmelager für DDR-Flüchtlinge und -Übersiedler bis 1990 ein Ort der Hilfe und der Hoffnung war“, sagte Dr. Maria Nooke, die Leiterin der Erinnerungsstätte. „Die seit Jahren kontinuierlich steigenden Besucherzahlen belegen, dass die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde als wichtiger Ort der Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte wahrgenommen wird. Der Besuch von Iris Gleicke beweist eine hohe Wertschätzung für unsere Einrichtung und unsere bildungspolitische Arbeit.“

Iris Gleicke sagte beim Besuch der Erinnerungsstätte: „Mich hat heute erneut sehr beeindruckt, mit welcher Solidarität die Flüchtlinge aus der DDR aufgenommen wurden. Die gleiche Solidarität und Humanität verdienen auch die Menschen, die heute als Flüchtlinge zu uns kommen und bei uns Zuflucht vor Krieg und Terror suchen.“

In das Gästebuch der Erinnerungsstätte schrieb die parlamentarische Staatssekretärin: „Klopfet an, so wird Euch aufgetan. Marienfelde ist für mich gleich in zweierlei Hinsicht von großer Bedeutung. Zum einen mahnt uns dieser Ort, die Erinnerung an unsere Geschichte und an die Teilung unseres Landes wachzuhalten. Zum anderen erinnert er uns an unsere Pflicht, ohne Wenn und Aber für eine humane Flüchtlingspolitik in unserem Land einzustehen.“

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