Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 29. Januar 2015
Bundesminister Dr. Gerd Müller besucht die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Heute Mittag besuchte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die die Geschichte der innerdeutschen Flucht zwischen 1949 und 1990 darstellt. Anschließend sprach er mit Bewohnern und Mitarbeitern des Übergangswohnheims für Flüchtlinge und Asylbewerber des Internationalen Bundes, das sich auf dem Gelände des ehemaligen Notaufnahmelagers befindet.

Dr. Maria Nooke, die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer, führte Bundesminister Dr. Gerd Müller durch die Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“. Die Führung begann im Raum „Gründe zu gehen“. Dieser vermittelt politische Hintergründe und Motivationen für das Verlassen der DDR und zeigt auf, dass die Flucht oder Ausreise von DDR-Bürgern stets mit Risiken, Ängsten und Verlust verbunden war. Der Minister sah auch den Raum zum „Notaufnahmeverfahren“, der sich mit den Befragungen befasst, denen sich Einwanderer aus der DDR im Lager unterziehen mussten, und eine rekonstruierte Flüchtlingswohnung mit Originalmobiliar aus den 1950er Jahren. „Am historischen Ort zeigen wir, dass das Notaufnahmelager für deutsche Flüchtlinge bis 1990 ein Ort der Hilfe und der Hoffnung, aber auch der Ängste und Unsicherheiten war“, sagte Dr. Maria Nooke, die Leiterin der Erinnerungsstätte. „Wir verstehen uns auch als Forum für einen Austausch über Flucht und Migration. Damals wie heute riskieren viele Flüchtlinge ihr Leben, um an einen Ort der Zuflucht und der Hoffnung zu gelangen. Ihr Leiden und ihre schwierige Lage verdienen mehr Aufmerksamkeit und unser Mitgefühl. Ich bin daher besonders froh, dass Bundesminister Müller bei seinem heutigen Besuch in Marienfelde eine Flüchtlingsfamilie aus Syrien trifft.“

In das Gästebuch der Erinnerungsstätte schrieb der Bundesminister: „Eine sehr interessante Ausstellung – wir dürfen unsere Geschichte nie vergessen und das Wissen an die Jugend weitergeben.“

Anschließend besuchte der Minister das Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Asylbewerber des Internationalen Bundes, das derzeit rund 700 Menschen aus mehr als zehn Ländern Unterkunft bietet. Dort begrüßte er Uta Sternal, Leiterin des Übergangswohnheimes, mit den Worten: „Ich bin hierher gekommen, um Solidarität zu bekunden mit ihrer Arbeit und den ehrenamtlichen Mitarbeitern und den Flüchtlingen. Und um einen persönlichen Einblick in Einzelschicksale zu erhalten.“ Der Minister sprach mit einer Familie aus Syrien, die über den Libanon und Ägypten nach Berlin gekommen ist, und einem afghanischen Staatsbürger, der für eine deutsche Einrichtung in Afghanistan tätig war und aus Sicherheitsgründen heute in Deutschland leben muss.

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