Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Dienstag, 25. März 2014
Presseeinladung Podiumsdiskussion „Kunst und Politik im Schatten der Mauer“

Anlässlich des Endes der Sonderausstellung "Ich war nie einer von Euch! Der Künstler Rainer Bonar zwischen Ost und West" veranstaltet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde am 27. März 2014 um 19.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Kunst und Politik im Schatten der Mauer“.

Künstler in der DDR standen im Spannungsfeld zwischen staatlicher Doktrin und dem Drang nach künstlerischer Freiheit. Welche Nischen fanden oppositionelle Künstler in Ost-Berlin in den 1980er Jahren und welche Rolle spielte die Szene im Prenzlauer Berg?

Viele von ihnen gingen – wie auch Rainer Bonar 1981 – in den Westen, um dort ein nicht abgeschlossenes Studium zu vollenden und sich künstlerisch weiter zu entwickeln. Die kritische Auseinandersetzung mit der DDR und dem Grenzregime war für die Ausgereisten weiterhin Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens. Auf welche Kunstszene sie in West-Berlin trafen und wie sie dort aufgenommen wurden, soll ebenso diskutiert werden wie die Veränderungen nach dem Mauerfall im wiedervereinten Berlin der 1990er Jahre.

Bettina Effner (Kuratorin Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde) und Katharina Hochmuth (Historikerin und Kuratorin) moderieren das Gespräch mit den Teilnehmern:

Hannes Schwenger: Der Publizist, Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Schwenger (Jg. 1941) arbeitet freiberuflich als Dozent, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Herausgeber. In den 1970er Jahren war er Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) und bis 1995 Geschäftsführer des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK). Hannes Schwenger war mit dem Künstler Rainer Bonar befreundet und setzte sich mit der Bildenden Kunst in der DDR auseinander.

Roger David Servais: Der Maler und Grafiker Servais studierte 1961-64 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Da er aus familiären Gründen seinen Wohnsitz – trotz belgischen Passes - nach dem Mauerbau nach Ost-Berlin verlegte, konnte er das Studium erst mit der erneuten Übersiedlung nach Westberlin 1974 abschließen. Vor seiner Ausreise lebte Servais in Prenzlauer Berg in der Kollwitzstraße und war u. a. mit Wolf Biermann befreundet.

Dr. Eckhart Gillen: Der Kunsthistoriker und Kurator beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Kunst im geteilten Deutschland und der Verbindung von Kunst und Politik in der DDR. Er arbeitet für die Kulturprojekte Berlin und war zuletzt an der großen Kunstausstellung „Abschied von Ikarus“ in Weinmar beteiligt.

Werner Tammen: Der Berliner Galerist und Kenner der West-Berliner Kunstszene begründete 1979 mit der Galerie am Chamissoplatz eine Kreuzberger Tradition. Hier stellte er in den 1980er Jahre auch zahlreiche ostdeutsche Künstler aus. Heute betreibt der Vorsitzende des Landesverbands der Berliner Galeristen die Galerie Tammen und Partner.

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Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
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