Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 14. November 2013
Der Verein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e. V. feiert 20-jähriges Jubiläum

Mit einem Festakt am 19. November 2013 erinnert der Verein zur Förderung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde an die Gründung des einstigen Trägervereins der Gedenkstätte vor 20 Jahren. Im August 1993 öffnete die erste kleine Ausstellung der Gedenkstätte. Im November 1993 gründete sich der Verein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e. V., um die Ausstellung auf dem Gelände des ehemaligen Notaufnahmelagers zu betreiben und die Geschichte des Notaufnahmelagers und der deutsch-deutschen Fluchtbewegung zu erforschen, zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den 17 Gründungsmitgliedern des Vereins gehörten damals ehemalige Flüchtlinge, Mitarbeiter des Notaufnahmelagers sowie interessierte Wissenschaftler.

Am 19. November 2013 um 19:00 Uhr werden Dirk Gerstle, Staatssekretär für Soziales des Landes Berlin, der Europaabgeordnete Michael Cramer und Frau Prof. Ingrid Stahmer bei einem Festakt an die Gründung des Vereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e. V. vor 20 Jahren erinnern. Zu dem Ereignis hat der Verein ehemalige Flüchtlinge und Mitarbeiter des früheren Notaufnahmelagers sowie Wissenschaftler und Freunde der Erinnerungsstätte eingeladen.

Dem Verein ist es zu verdanken, dass die Erinnerungsstätte kontinuierlich weiterentwickelt worden ist. Harald Fiss, der heutige Ehrenvorsitzende des Fördervereins, hat den einstigen Trägerverein von 1995 bis 2007 geleitet. Er erinnert sich an die ersten Jahre: „Wir haben damals mit viel Engagement die erste Ausstellung betreut sowie die Grundlagen für die Forschung und die Sammlung der Erinnerungsstätte gelegt. Auch wenn die Ausstellung damals eher noch „handgestrickt“ war, wurde die Vereinsarbeit von der Öffentlichkeit schon intensiv wahrgenommen. 1998 wurde die Erinnerungsstätte in Marienfelde von der Enquete-Kommission „Überwindung der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“ des Deutschen Bundestages als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung eingestuft.“

Die erste Zeit war vor allem von ehrenamtlicher Tätigkeit geprägt. Erst als der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen finanzielle Unterstützung gewährte, bekam die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde eine solide Basis. Führungsreferenten konnten eingestellt werden und die Kosten für die angemieteten Räume und die ersten Publikationen waren gedeckt. Am 14. April 2005, nach mehr als vierjähriger Vorbereitungszeit, wurde dann die Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ im Haupthaus des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde feierlich eröffnet. 2009 wurde die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Teil der Stiftung Berliner Mauer, der damalige Trägerverein löste sich auf und der Förderverein gründete sich. „Der Förderverein ist der Erinnerungsstätte eng verbunden. Er initiierte Projekte wie die Errichtung der Stelen für Maueropfer an der Grenze zu Lichtenrade und fördert die Aktivitäten der Stiftung. So will er helfen, den Ort lebendig zu erhalten und auch attraktiv für junge Menschen zu machen“, erläutert Dr. Helge Heidemeyer, Vorsitzender des Fördervereins.

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