Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Donnerstag, 29. November 2012
Integrationspreis des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg: Gemeinsames Projekt des Internationalen Bundes und der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wird ausgezeichnet

Morgen wird das gemeinsame Projekt des Internationalen Bundes und der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „Nach der Flucht. Leben im Übergangswohnheim Marienfelder Allee" mit dem Integrationspreis des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg ausgezeichnet. Die Preisverleihung für den Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler findet am 30. November 2012 um 18.00 Uhr im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg statt. Mit dem Integrationspreis würdigt der Bezirk seit 2010 jährlich erfolgreiche Initiativen, Projekte und Konzepte zur Integration von Einwanderinnen und Einwanderern.

In dem ausgezeichneten temporären Ausstellungsprojekt „Nach der Flucht. Leben im Übergangswohnheim Marienfelder Allee“ werden seit dem 24. Oktober 2012 in der Dauerausstellung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Bewohnerinnen und Bewohner des Übergangswohnheims in kurzen Filmporträts vorgestellt. In zweimonatigem Wechsel erzählen Familie Gedaev aus Tschetschenien, Familie Tello aus Syrien, Ahmad Barakizadeh aus dem Iran und Familie Ghodoussi aus Afghanistan vom Verlassen ihrer Heimat und der Ankunft in Deutschland. Zugleich wird je ein Gegenstand ausgestellt, den sie aus ihrer Heimat mitgebracht haben und der eine besondere Bedeutung für sie besitzt. Den Rahmen für die Porträts bilden Informationen über das Asyl- und Flüchtlingsrecht sowie die Aufnahmepraxis in Deutschland.

„Wir freuen uns sehr über diesen Preis, weil damit zum einen die Integrationsarbeit des Internationalen Bundes gewürdigt und zum anderen auf die Situation der Flüchtlinge aufmerksam gemacht wird“, betont Uta Sternal, Leiterin des Übergangswohnheims Marienfelder Allee des Internationalen Bundes.

„Mit dem gemeinsamen Projekt integrieren wir die heutige Situation im ehemaligen Notaufnahmelager in unsere Dauerausstellung und nehmen Bezug auf das Leben der derzeitigen Bewohner. Wir verdeutlichen damit, dass der historische Ort eine lebendige Stätte der Migration ist. So bringen wir die Lebenswelt von Migranten aus anderen Ländern mit dem Erfahrungshorizont der deutsch-deutschen Flüchtlinge zusammen. Es geht uns bei dem Projekt darum, die Wanderungsbewegungen nach Deutschland darzustellen und die Gründe, die Menschen auch heute dazu bewegen oder zwingen, ihr Heimatland zu verlassen, zu thematisieren und stärker in die Öffentlichkeit zu tragen“, erklärt Kathrin Steinhausen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und Kuratorin der neuen Ausstellungselemente.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 1.000 Euro werden beide Institutionen in die Produktion einer DVD investieren, auf der die umfangreichen Interviews mit den in der Ausstellung vertretenen Flüchtlingen und Asylbewerbern veröffentlicht werden. Diese DVD kann dann für die politische Bildungsarbeit genutzt werden.

Die wechselnden Ausstellungselemente sind bis zum 16.Juli 2013 zu sehen. Öffnungszeiten: Di – So 10:00 – 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Pressekontakt
Judith Bilger
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