Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

Dienstag, 10. Januar 2012
Erfolgreiches Jahr 2011 der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde: Besucheranstieg um 12 Prozent

Berlin, 10. Januar 2012 – Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2011 zurück. 2011 haben 11.829 Menschen die Gedenkstätte besucht, was eine Steigerung um mehr als 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Zu dem erheblichen Besucheranstieg hat die Sonderausstellung "Verschwunden und Vergessen. Flüchtlingslager in West-Berlin" beigetragen. Auf Grund des großen Interesses wird sie bis zum 29. Februar 2012 verlängert.

Neben den 4.929 Individualbesuchern hatte die Erinnerungsstätte zahlreiche Gruppenbesuche zu verzeichnen. Gern gebucht werden Führungen durch die Dauerausstellung in Kombination mit einem Zeitzeugengespräch. Schulklassen schätzen die Bildungsangebote der Erinnerungsstätte, so etwa die selbständige Erarbeitung von Themen der Dauerausstellung "Flucht im geteilten Deutschland".

Ausschlaggebend für den starken Anstieg im Jahr 2011 war jedoch auch die erfolgreiche Sonderausstellung "Verschwunden und vergessen – Flüchtlingslager in West-Berlin", in der die zeitweise bis zu 90 weiteren Flüchtlingslager neben dem Notaufnahmelager Marienfelde ins Zentrum gerückt werden. Das innovative Konzept, Fotos und Dokumente auf Stoff gedruckt und an Wäscheleinen aufgehängt zu zeigen, findet bei den Besuchern sehr positiven Anklang.

"Mit dieser Sonderausstellung haben wir Neuland betreten, denn vor uns hat sich noch niemand mit den in den 1950er und 60er Jahren über ganz West-Berlin verteilten Flüchtlingslagern in einer Ausstellung beschäftigt. Unter unseren Besuchern sind viele ehemalige Flüchtlinge, die aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus dem Ausland anreisen, um die Gedenkstätte zu besuchen. Sie konfrontieren sich hier mit einem wichtigen Abschnitt ihrer Lebensgeschichte. Wir hatten immer wieder Nachfragen zu den vielen Flüchtlingslagern in West-Berlin. Deshalb haben wir uns entschlossen, sie in den Mittelpunkt einer Sonderausstellung zu stellen. Besucher können sich so vergegenwärtigen, wo genau sie im ehemaligen West-Berlin untergebracht waren. Wir leisten mit der Sonderausstellung einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung deutsch-deutscher Fluchtgeschichte. Das kommt an beim Publikum. Deshalb verlängern wir die Ausstellung nun auch um zwei Monate", erklärt Bettina Effner, die Leiterin der Erin-nerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

Außerdem erscheint Anfang Februar 2012 eine Begleitpublikation zur Sonderausstellung, die umfangreiches Fotomaterial enthält.

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