Foto. Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung 'Flüchtlingskinder malen' am 29. August 1953
© Landesarchiv Berlin - Willy Kiel

Nach der Flucht. Wie wir leben wollen.

Eine interaktive Ausstellung – zu sehen 2021 im Freizeitforum Marzahn

Die Ausstellung "Nach der Flucht. Wie wir leben wollen" rückt persönliche Geschichten von Menschen in den Fokus, die als Geflüchtete nach Deutschland gekommen sind und spiegelt dabei kontroverse Debatten zwischen Aufnahme und Abwehr wider. Sie zeigt, welche Möglichkeiten sich für Geflüchtete eröffnen und an welche Grenzen sie stoßen. Zugleich lädt sie die BesucherInnen ein, an interaktiven Stationen eigene Vor- und Einstellungen zu reflektieren und sich mit ihren Sichtweisen einzubringen.

In der Ausstellung erzählen BewohnerInnen des Übergangswohnheims Marienfelder Allee zuerst kurz nach ihrer Flucht 2012 vom Verlassen der Heimat und der Ankunft in Deutschland und treten 2016 erneut vor die Kamera. Wir erfahren, was aus ihren Hoffnungen, Befürchtungen und Zukunftsplänen geworden ist und wie sie die Aufnahmegesell­schaft bisher erlebt haben.

Auch in Marzahn-Hellersdorf haben viele Geflüchtete eine neue Heimat gefunden. Mit Stichtag 27.12.2019 wohnten im Bezirk 2.782 geflüchtete Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheit, weitere hatten einen Umzug in eine eigene Mietwohnung geschafft. Die Debatte behält daher ihre Aktualität. Die neuen NachbarInnen kennenzulernen und sich mit ihren Geschichten auseinanderzusetzen ist ein wichtiges Anliegen für den Bezirk geworden, da Integration großgeschrieben wird. Die Ausstellung bietet viele Anknüpfungspunkte und spiegelt Reaktionen von Politik, Medien und Bevölkerung auf die Zuwanderung wider.

Da die Ausstellungseröffnung im Freizeitforum Marzahn pandemiebedingt auf 2021 verschoben werden musste, bereichert ein Kurzfilm als Vorgeschmack zur Ausstellung dieses Jahr die interkulturellen Tage 2020 in Marzahn-Hellersdorf.

Die Filme in voller Länge werden 2021 im Freizeitforum Marzahn präsentiert.

Familie Godhoussi - Fluchtweg

Familie Godhoussi

Familie Godhoussi lebt seit 2012 in Berlin. Alle sind froh und dankbar, wieder vereint an einem sicheren Ort zu sein. Das Ankommen ist nicht immer leicht gewesen. Verglichen mit der Zeit in Afghanistan und im Iran hat sich ihr Leben jedoch zum Guten gewendet. Ruhala und Mari ist es sehr wichtig, dass ihre Kinder ohne Angst aufwachsen. Die Kinder fühlen sich in Berlin zuhause. Sie gehen zur Schule, knüpfen Freundschaften und planen ihre Zukunft in Deutschland. Gleichwohl bedeuten ihnen ihre afghanischen Wurzeln viel und sie versuchen, Sprache und Traditionen zu bewahren.

Familie Gadaev - Fluchtweg

Familie Gedaev

Familie Gedaev lebt seit 2011 in Berlin. In Tschetschenien war Usman von Kadyrows Milizen bedroht und seine Familie in Gefahr. In Deutschland fühlen sie sich sicher und sehen für sich eine Zukunft. Doch als ihr Asylantrag abgelehnt wird, können die Kinder Schule und Ausbildung zunächst nicht fortsetzen. Aufwändige Widerspruchsverfahren und der immer noch ungeklärte Aufenthaltsstatus machen das Ankommen schwer. Trotzdem hat sich Familie Gedaev in Berlin ein neues Leben aufgebaut. Die mittlerweile erwachsenen Kinder haben eigene Familien gegründet und Usman und Luisa sind stolze Großeltern.

Familie Tello - Fluchtweg

Familie Tello

Familie Tello lebt seit 2012 in Berlin. Nach Jahren der politischen Verfolgung in Syrien finden sie in Deutschland Zuflucht. Sie leiden aus der Ferne am Krieg in ihrer Heimat und engagieren sich im Kampf gegen Assad. In Berlin bauen sie sich ein neues Leben auf. Neben Ausbildung und Arbeit bestimmt die Fürsorge für nachgekommene Familienmitglieder den Alltag. Die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr nach Damaskus haben sie aufgegeben, nicht jedoch ihren Traum von einem friedlichen und demokratischen Syrien.

Ahmad Barakizadeh - Fluchtweg

Ahmad Barakizadeh

Ahmad Barakizadeh lebt seit 2011 in Berlin. Er ist Bildhauer und Karikaturist. Im Iran lehrt er an der Universität Teheran und schwebt ständig in Gefahr, wegen seiner politischen Kunst verhaftet zu werden. In Berlin fühlt er sich sicher. Er hat viele neue Freundschaften geknüpft und schätzt die Vielfalt der Stadt. Auch wenn es nicht leicht ist, sich ein neues Leben aufzubauen, eine geeignete Wohnung zu finden und ausreichend Geld zu verdienen, möchte er hier bleiben und als Künstler Fuß fassen. Die Kunst ist nach wie vor das Wichtigste in seinem Leben.

Vom Fortgehen und Ankommen

Die Ausstellung lädt die BesucherInnen ein, sich mit ihren unterschied­lichen Erfahrungen und Meinungen einzubringen – als MitgestalterInnen im Aus­hand­lungs­prozess darüber, wie wir in einer offenen und pluralen Gesellschaft künftig zusammen leben wollen.
Wer ist wir?

Wer ist wir?

Wer oder was entscheidet darüber, ob Menschen sich Deutsch­land zugehörig fühlen (können) oder nicht? Persönliche Perspektiven werden ergänzt durch Redebeiträge von PolitikerInnen: Was verstehen sie unter dem Begriff „Integration“, und welches Kulturmodell liegt ihren Vorstellungen zugrunde?
Wer sind die Flüchtlinge?

Wer sind ‚die Flüchtlinge‘?

Verbunden mit der Frage „Wer ist wir?“ ist die Frage, wer „die Flüchtlinge“ sind. Welche Bilder und Begriffe werden in den Medien verbreitet, und wie prägen sie unsere Wahrnehmung?
Was sagt dir die Zahl?

Was sagt dir die Zahl?

Wir leben in einer Welt, in der Zahlen allgegenwärtig sind. Mit Zahlen erfassen und organisieren wir unsere Wirklichkeit, im Privaten ebenso wie in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Aber wann ist eine Zahl groß, wann klein? Aus welchen Quellen stammen die Zahlen und wer bedient sich ihrer mit welchem Interesse?
Was bedeutet Heimat für dich?

Was bedeutet Heimat für dich?

Viele Menschen verbinden mit Heimat einen Ort. Aber ist es vielleicht vor allem ein Gefühl? Die BesucherInnen können mithilfe von 40 Schablonen ihr eigenes „Heimatbild“ gestalten und in der „Heimat­wolke“ mit den Bildern anderer zeigen.
Wie wichtig ist Sprache?

Wie wichtig ist Sprache?

Sprache ist für Menschen ein lebens­wichtiger Teil ihres Selbst. Aber nicht jeder Sprache wird der gleiche Wert beige­messen. Mithilfe einer „Sprach­waage“ wird nach dem Stellenwert verschiedener Sprachen in der Welt gefragt. Lässt sich der Wert einer Sprache überhaupt messen?
Gestalte die Welt nach deinen Wünschen

Gestalte die Welt nach deinen Wünschen

Anknüpfend an die Fragen der Aus­stellung sind die BesucherInnen in den „Wunsch­welten“ einmal mehr aufge­fordert, sich per­sönlich einzu­bringen und ihre Vor­stellungen von einem ge­lingen­den Zusammen­leben zum Ausdruck zu bringen: Wie wollen wir wohnen, lernen, wirt­schaften, mitgestalten und was wollen wir leben und bewahren?

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Ausstellungsort

Freizeitforum Marzahn

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Förderhinweis

Dieses Projekt wird gefördert durch den „Integrationsfonds“ im Rahmen des „Gesamtkonzepts zur Integration und Partizipation Geflüchteter” der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.
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Ausstellungskonzeption

Eine Ausstellung der Erinne-rungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und des IB Berlin-Brandenburg gGmbH