Foto. Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung 'Flüchtlingskinder malen' am 29. August 1953
© Landesarchiv Berlin - Willy Kiel

4. Station: Fürsorgerischer Dienst

Der Fürsorgerische Dienst des West-Berliner Senats händigte Essensmarken für die Kantine und Freifahrtscheine für öffentliche Verkehrsmittel aus, außerdem unterstützte er die Flüchtlinge bei der Beschaffung von Kleidung und anderen Bedarfsgegenständen und informierte über Sozialleistungsansprüche. Insbesondere regelte er, ob und in welchem Wohnheim die Flüchtlinge untergebracht wurden.

Das Notaufnahmelager Marienfelde war bis zum Mauerbau 1961 oft überfüllt; viele Flüchtlinge wurden deshalb in Wohnheime und -lager über die Stadt verteilt, von denen sich bis Mitte der 1960er Jahre 90 nachweisen lassen. Marienfelde war lange Zeit nicht einmal das größte Notaufnahmelager West-Berlins. Bis 1961 etwa existierte das Hochheim des Deutschen Roten Kreuzes in der Volkmar- und Colditzstraße, in dem bis zu 4.000 Menschen untergebracht werden konnten. Ein fester Wohnort war entscheidend für die finanzielle Unterstützung durch die zuständigen Bezirksämter.

Wesentlich unterstützt wurde der Fürsorgerische Dienst bei seiner Arbeit von vielen im Lager tätigen Wohlfahrtsorganisationen.

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