Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Die Erinnerungsstätte

Aufgabe der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ist es, die Geschichte der deutschen Teilung, der Fluchtbewegung aus der DDR und des Neuanfangs in der Bundesrepublik zu dokumentieren und an nachfolgende Generationen zu vermitteln.

Einst an der Nahtstelle der konkurrierenden Systeme gelegen und zentraler Schauplatz des Kalten Krieges, erlaubt der Ort heute, beide Seiten der früheren innerdeutschen Grenze in den Blick zu nehmen. Wie kaum ein anderer Ort beleuchtet er die deutsch-deutsche Teilungsgeschichte als eine gemeinsame Geschichte von Ost und West: Die Abwanderung aus der DDR in die Bundesrepublik war stets ein gemeinsamer Faktor in der Entwicklung beider deutscher Staaten – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Folgen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Ost und West.

Die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte spiegelt sich aber nicht nur in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie zeigt sich auch und vor allem in den Lebenswegen der Flüchtlinge und Übersiedler, deren Erfahrungen Ost und West umfassen. Das ehemalige Notaufnahmelager ist also nicht nur ein politischer, sondern für die vielen betroffenen und beteiligten Menschen ein ganz persönlicher Erinnerungsort.