Foto. Grundsteinlegung für das Notaufnahmelager Marienfeld am 30. Juli 1952: Der Senator für Sozialwesen Otto Bach beim Einlegen der Urkunde.
© Landesarchiv Berlin

Der historische Ort - Geschichte und Gegenwart

Seit über sechs Jahrzehnten beherbergt die Aufnahmestelle an der Marienfelder Allee 66/80 im Südwesten Berlins Menschen, die sich ein neues Leben in der Bundesrepublik Deutschland aufbauen möchten.

Errichtet im Jahr 1953, diente das Notaufnahmelager Marienfelde knapp vierzig Jahre lang – bis zur deutschen Einheit 1990 – als erste und zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR. Hier wurden sie betreut und mit Unterkunft versorgt; hier durchliefen sie auch das nötige Aufnahmeverfahren, um eine Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik einschließlich West-Berlin zu erhalten.

Nicht nur für Neuankömmlinge aus der DDR war das Notaufnahmelager Station auf dem Weg in den Westen. Seit 1964 kamen auch deutschstämmige Menschen aus Osteuropa und den Ländern der (ehemaligen) Sowjetunion nach Marienfelde. Als Aussiedler, die vom Bund dem Land Berlin zugeteilt worden waren, erhielten sie hier Hilfe bei ihren ersten Schritten zum Aufbau einer neuen Existenz. Zuständig für ihre Unterbringung, Betreuung und Beratung war die zentrale Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler (ZAB). Im Sommer 2010 wurde der Standort der ZAB an der Marienfelder Allee aufgrund der geringen Zuwanderung geschlossen.

Die Geschichte geht weiter: Im Dezember 2010 wurde das Aufnahmelager wieder in Betrieb genommen. Seitdem nutzt es der Internationale Bund e.V. (IB) im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Soziales als Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Asylbewerber/innen. Menschen aus verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern leben hier während der Dauer ihres Asylverfahrens und werden von Mitarbeiter/innen des IB beraten und unterstützt.

Im Jahr 2008 wurde die Liegenschaft an der Marienfelder Allee 66/80 unter Denkmalschutz gestellt.

zurück
Foto: Luftbild vom Notaufnahmelager Marienfelde, ca. 1963, © Landesarchiv Berlin

© Landesarchiv Berlin