Guestbook
Franke, Wolfram | 10 Januar 2010 | 12:17 Uhr
Wolfram Franke
Meine Eltern, meine Großmutter, mein 4 Jahre jüngerer Bruder und ich sind am 3. Juli 1960 aus Mittenwalde (Kr. Königs Wusterhausen) geflüchtet. Ich war damals 11 Jahre alt. Mein Vater war Mittelschullehrer und wurde wegen seiner christlichen Einstellung massiv politisch unter Druck gesetzt, unter anderem hatte er sich geweigert, bei den Eltern seiner Schüler für die Jugendweihe zu werben. Wir kamen erst spät abends an, da gab es nichts mehr zu essen und wir Kinder hatten Hunger. Da hat der Blockwart von Haus S uns seine Stullen geschenkt. An den ersten Tagen regnete es. Während meine Eltern die ganzen Formalitäten erledigten, ging unsere Oma mit uns in eine Kneipe, die in der gleichen Straße lag, spielte dort mit uns „Mensch-ärgere-dich nicht" und hielt uns mit „Florida Boy" bei Laune. Nach einer Woche wurden wir nach Hamburg ausgeflogen, kamen von dort nach Uelzen und später nach Massen (heute Unna-Massen). Eine neue Heimat fanden wir erst im Dezember 1960 im Siegerland. Heute lebe ich nach vielen verschiedenen Lebensstationen in der Nähe von München.
Vor einigen Jahren habe ich das Lager noch einmal besucht und fand es gut, das dort in der Gedenkstätte noch an das Schicksal der DDR-Flüchlinge erinnert wird, das m. E. in der BRD bis in unsere heutige Zeit immer etwas unter den Teppich gekehrt wurde. Nach dem Besuch des Lagers habe ich die Kneipe von damals wieder gefunden. Sie hatte sich nicht verändert. Ich habe mich an den Tisch gesetzt, an dem wir mit unserer Oma gesessen haben, und habe ein Bierchen getrunken und an die schweren Tage nach der Flucht gedacht...
Karin Jabs | 01 Januar 2010 | 18:57 Uhr
Meine Großeltern und ich sind im Juni/Juli 1953 von Potsdam aus mit der S-Bahn nach Westberlin gefahren.
Nach einigen Wochen wurden wir nach Hamburg ausgeflogen.
"Klein-Karin" saß etwas unbequem im Kinderwagen auf einem Besteckkasten usw..Mein Großvater hatte zwei Anzüge an,....
Mein Großvater erlebte die Einheit leider nicht mehr.
Wir werden im Jahr 2010 sicher nach Marienfelde kommen.
Maria Matthes | 20 Oktober 2009 | 20:13 Uhr
Maria Matthes
Meine Eltern sind mit ihren 3 Kindern (Veronika 5J., Maria 1einhalb J. und Christina ein halbes Jahr) an Weihnachten (25. 12.1955) von Potsdam mit der S-Bahn nach Westberlin geflüchtet und Gott sei Dank im Flüchtlingslager Marienfelde aufgenommen worden. Wir wurden dann nach Stade ausgeflogen. Ob sich irgendjemand an diese Familie erinnert? Gibt es vielleicht ein Bilderarchiv? Ich wäre sehr dankbar, etwas mehr zu erfahren.
Herzlich
Maria Matthes
Torsten Seifert | 13 Oktober 2009 | 18:29 Uhr
Wir meine Eltern, Mutter hochschwanger und 3 Kinder sind im November 1988 nach Berlin West übergesiedelt. Da wir erst spät abends im Lager ankamen, waren die Französichen Allierten nicht erfreut und fragten warum wir um diese Uhrzeit erst kämen. Man konnte es sich halt nicht aussuchen wann man in die Freiheit durfte! Ansonsten wurden wir herzlich aufgenommen. Allerdings waren auch zu dem Zeitpunkt viele deutschstämmige Polen und Russen in dem Lager und die Deutschen aus der "DDR" wurden eher zweitrangig behandelt. So ist meine Erinnerung an diese Zeit. Trozdem vielen Dank an alle die uns unterstützt haben im Lager.
Marita Patos | 31 Juli 2009 | 17:19 Uhr
Ich bin geboren und aufgewachsen in Ost- Berlin der damaligen DDR.Es war eine schwere Zeit.1977 war ich in Hoheneck, in Giessen,und dann in das Notaufnahmelager Marienfelde mit meiner Familie.Alle waren so nett und freundlich zu uns.
noch Heute kann ich diese Zeit nicht vergessen.Vielen Dank!!!!
Seit 1985 wohne ich in Kalifornien USA
Rudi Krebs | 19 März 2009 | 15:57 Uhr
Am 25.11.1957 bin ich von Thüringen nach Berlin Marienfelde geflohen. Es waren vor mir über 1000 Leute, die an einem Tag geflohen waren. Ich war 17,5 Jahre alt. Ich wurde sehr gut aufgenommen. Vielen Dank

